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Klassiker? Politisches Theater? Experimentelles und Absurdes? Oder gar Komödien?
Das Mittwoch:Theater und seinen Spielplan in eine Schublade stecken zu wollen,
fällt schwer. Als eines der ältesten Privat-Theater Hannovers hat man sich der
Unstetigkeit verschrieben und die unterschiedlichen Handschriften der jeweiligen
Regisseure dokumentieren die Mannigfaltigkeit dieses lebendigen Ensembles. Eines
steht jedoch fest: Das Haus mit der Adresse Am Lindener Berge 38, da,
wo Hannover mit 87 Meter über NN am höchsten ist, beheimatet Theaterenthusiasten
im ursprünglichen Sinn des Wortes.
Wenn regelmäßig am Mittwoch abend und zusätzlich an immer mehr Wochenenden
der Berg zur Kulturhochburg der hiesigen Kulturgemeinde wird, dann kann man sie
spüren, die sehr besondere und intime Atmosphäre des mit Tischen versehenen und
von Kerzen beschienenen Theater- saales, in welchem bis zu 120 Zuschauer Platz
finden. Der Spielplan beinhaltet neben bekannten Werken bedeutender Autoren
immer wieder Überraschungen in Form selten gespielter Autoren, die oft nur
Insidern bekannt sind.
Das Dramaturgie-Team um Till Büthe und Rosa Pohl hat es sich zur Aufgabe
gemacht, gerade diese verborgenen Perlen ausfindig zu machen und häufig waren
gerade diese Inszenierungen unerwartet große Erfolge. Aber auch Schillers Räuber,
ein Josef K. oder eine Antigone fühlen sich im Mittwoch:Theater überaus heimisch.
Hier erfreut man sich während der letzten Jahre stetig wachsender Besucherzahlen,
Vorstellungen sind oft weit im voraus ausverkauft und das Premierenbuffet in der
stimmungsvollen Theaterbar Green Room wurde bereits
in einem hannoverschen Gourmetführer lobend erwähnt.
Das 30 köpfige Ensemble hält es mit Karl Valentin, der einmal sagte:
Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Diese, im übrigen unsubventionierte
Arbeit, wird seit Jahren dankenswerter Weise von hannoverschen Stiftungen und
vermögenden Privatpersonen gesponsort. Nur so war z.B. im Jahr 1998 die
Realisierung eines aufwendigen Brecht-Jahres anläßlich des 100. Geburtstages
des Dramatikers möglich. Und dabei hatte man keineswegs lediglich eine respektvolle
Huldigung des Jubilars im Sinn.
Drei Brecht-Inszenierungen der unterschiedlichsten Couleur kamen zustande,
Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui gastierte daneben auf Einladung der
jeweiligen Städte in Bristol und Breslau. Weiterhin fungiert das Mittwoch:Theater
als Veranstalter für Gastspiele aus den Bereichen Chanson, Kabarett, Pantomime
und Konzert und verfügt über eine computergesteuerte Beleuchtungs- und Tonanlage.
Das Hauptaugenmerk gilt jedoch den eigenen Produktionen. Und dann stehen Sie
wieder vor der Frage: Morgen Hamlet? Oder Schwitters? Oder doch lieber Oskar Panizza?
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