Candide
von Voltaire

Der Optimismus
Philosophisches Erzähltheater nach dem Roman von Voltaire

Dass dies „die beste aller möglichen Welten“ sei, behauptete Leibniz im 18. Jahrhundert. Der radikale Aufklärer Voltaire ließ seinen satirischen Roman »Candide oder der Optimismus« 1759 zunächst noch anonym erscheinen (der auch sofort verboten wurde). Mit Witz, beißendem Spott und Ironie prangert Voltaire in diesem „conte philosophique“ die optimistische Weltanschauung Leibniz’, auch den überheblichen und korrupten Adel, die kirchliche Inquisition, Krieg, Sklaverei und die naive Utopie des einfachen Manns von einem sorglosen Leben an.

Der naive Held Candide wird aus seinem Heimatschloss verbannt, nachdem er mit seiner Liebe Kunigunde „in flagranti“ ertappt wurde. Die Vertreibung vom Anwesen des westfälischen Barons von „Thunder-ten-tronckh“ gerät für ihn zu einer Vertreibung aus dem Paradies, in dem ihm sein Lehrer Pangloss die Leibniz'sche optimistische Theorie der „besten aller Welten“ näherbrachte. Auf seiner nachfolgenden Reise wird diese Theorie des Optimismus für Candide zusehends ad absurdum geführt. Denn was ihm auf der Reise widerfährt, die dadurch motiviert wird, Kunigunde wiederzufinden, ist durch eine einzige Kette an unwahrscheinlichen Zufällen gekennzeichnet, die ihn an die entlegensten Orte der Welt führen.

Das Personal:
Religiöse Eiferer, wohlwollende Kapitalisten, Inquisitoren mit fleischlichen Genüssen, eine Papsttochter, bigotte Jesuiten, aufgeklärte Kannibalen, Mächtige und Hilflose und Überlebenskünstler

Die Situationen und Schauplätze:
Erdbeben, Inquisition, Seebeben, moralischer Mord und banaler Totschlag, Schiffspassagen nach Südamerika, Karneval in Venedig, Dschungelabenteuer, sinnloser Reichtum in Eldorado

Das Theater ist gefordert!



mit:
Heinrich Baxmann, Rüdiger Preuße, Janet Doant,
Peter Mainz, Jörg Lange, Kordula Mitschke, Marita Bading,
Hans Peter Zaumbrecher, Patrick Gersmeyer, Joachim Meyer, Karl-Heinz Jacobs,
Gundi Fechner, Albert Waßmann




Bühne Hans-Hermann Scharnofske
Licht Till Büthe
Technik Justin Heindorf, Julian Jungfels
Felix Krause, Anna Gies, Jan Matschke
Souffleuse Elke Gerlach, Barbara Matschke
Regieassistenz Albert Waßmann, Frederic Oberheide, Leona Schaper
Regie Till Büthe

Premiere: 19. September 2009